Photodynamische Therapie / Daylight-PDT
Photodynamische Therapie / Daylight-PDT
Daylight-Photodynamische Therapie (Daylight-PDT)
Die photodynamische Therapie (PDT) mit Tageslicht, auch Daylight-PDT genannt, ist eine moderne und besonders gut verträgliche Behandlungsmethode in der Dermatologie. Sie wird vor allem zur Behandlung von aktinischen Keratosen(Vorstufen von hellem Hautkrebs) und oberflächlichen Formen von weissem Hautkrebs eingesetzt – effektiv, schmerzarm und mit sehr guten kosmetischen Ergebnissen.
Die Daylight-PDT eignet sich insbesondere für:
- oberflächlicher weisser Hautkrebs (oberflächliches Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom in situ)
- „Feldkanzerisierung“ (mehrere Vorstufen in einem Areal)
- Grossflächige sonnenbedingte Hautschäden
Es wird eine lichtsensibilisierende Substanz (z. B. Metvix) auf das Tumorgewebe/Hautkrebsvorstufen aufgetragen. Im Vergleich zu normaler Haut reichert sich diese Substanz in den Tumorzellen 10-fach höher an. Nach der Einwirkungszeit werden die betroffenen Hautareale für ca. 120 Minuten dem Tageslicht (Daylight) ausgesetzt. Durch das Tageslicht wird die lichtsensibilisierende Substanz aktiviert, und es kommt zu einer gezielten Zerstörung der Tumorzellen.
- Der Patient trägt morgens Lichtschutzmittel mit LSF >50 dick auf die zu behandelnden Areale auf (Schutz vor UV-Schädigung).
- In der Praxis werden die rauen Stellen abgekratzt oder glatt gelasert.
- Die lichtsensibilisierende Substanz, ALA-Creme (Metvix) wird dick aufgetragen.
- Innerhalb von 30 Minuten begibt sich der Patient ins Freie und setzt sich in die Sonne oder in den Schatten (der Himmel muss gesehen werden).
- Nach 2-stündiger Bestrahlung begibt sich der Patient wieder in die Praxis. Dort werden die Cremereste mit warmem Wasser abgewaschen.
- Photodynamische Diagnostik zur Kontrolle, ob die Bestrahlung ausreichend war.
- Auftragen von Lichtschutzmittel.
- 48 Stunden Sonne meiden. Draußen nur mit Kopfbedeckung herumlaufen.
- Nach 6-8 Wochen Kontrolle und Entscheidung, ob 2. Sitzung erforderlich ist.
Der Vorteil der schonenden Tageslicht-PDT besteht in folgenden Punkten:
- schöne ästhetischen Resultate
- minimaler Scherzhaftigkeit
- Möglichkeit ein grösseres Areal zu behandeln
- Möglichkeit der wiederholten Durchführung, ohne dass das gesunde Gewebe geschädigt wird.
- Es muss eine Aussentemperatur von >10°C erreicht werde
- Es muss eine Lichtstärke von > 200.000 Lux erreicht werden (März bis Oktober)
- Es sollte weder regnen noch stark bewölkt sein
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Bei der photodynamischen Therapie wird ein spezieller lichtempfindlicher Wirkstoff auf die Haut aufgetragen. Dieser reichert sich bevorzugt in krankhaft veränderten Hautzellen an.
Durch die anschliessende Aktivierung mit natürlichem Tageslicht werden diese Zellen gezielt zerstört, während gesunde Haut weitgehend geschont wird.
Die Daylight-PDT ist eine Weiterentwicklung der klassischen PDT und zeichnet sich durch eine deutlich bessere Verträglichkeit aus.
Als Zeichen der erfolgreichen Abstossung der lichtgeschädigten Zellen kommt es am 2. und 3. Tag zu einer sonnenbrandähnlichen Reaktion mit Rötung, Schwellung, Schuppung und evtl. Verkrustung, die nach wenigen Tagen abheilt. Die Reaktion kann durch Auftragen heilungsfördernder Kosmetika abgemildert und verkürzt werden – ohne Wirkungsverlust.
Bei der konventionellen PDT (Photodynamischen Therapie) mit starken Rot-Strahlern werden die betreffenden Areale nach einer Einwirkungszeit der lichtsensibilisierenden Creme für 3 Stunden mit einem energiereichen roten Infrarot- oder LED-Licht bestrahlt. Die Behandlung ist zwar sehr effektiv, wegen der Aufnahme der lichtsensibilisierenden Substanz auch in Nervenendigungen aber ebenfalls schmerzhaft.
Dieser Nachteil hat zur Entwicklung der Daylight-PDT geführt, die bei gleicher Effektivität keine Schmerzen verursacht. Es wird dabei der Rotanteil des Sonnenlichtes genutzt, und die Bestrahlung wird gleich nach dem Auftragen begonnen, so dass die lichtsensibilisierenden Substanz gleich nach dem Eindringen in die Zelle durch das Sonnenlicht „verbraucht“ wird, ehe sie in die Nervenendigungen gelangen kann.
Man unterscheidet zwischen der klassischen PDT mit künstlicher Lichtquelle und der Daylight-PDT mit natürlichem Tageslicht.
Beide Methoden sind wirksam – unterscheiden sich jedoch in Ablauf, Schmerzempfinden und Verträglichkeit
Vorteile der Daylight-PDT sind, dass die Behandlung weniger schmerzhaft und sehr verträglich ist, grossflächige Areale behandelt werden können und sehr gute kosmetische Ergebnisse erzielt werden.
Ja – bei korrekter Indikationsstellung und ärztlicher Durchführung gilt die Daylight-PDT als sichere und effektive Therapie. Die Behandlung erfolgt unter dermatologischer Kontrolle und nach individuellen Hautkriterien.